(Bodenseekreis) Der 3. Oktober 2018 war für die Feuerwehren Friedrichshafen und Überlingen ein besonderer Tag. Landrat Lothar Wölfle hat im Rahmen des Kreisfamilienfestes im Schloss Salem zwei neue Einsatzleitwagen 2 und zwei Abrollbehälter Umweltschutz übergeben.

Die neuen Einsatzleitwagen 2 (ELW 2) ersetzen zwei in die Jahre gekommene Fahrzeuge von 1990. Die zwei ELW 2 wurden von der Firma Ewers aus Meschede auf Basis des IVECO Daily realisiert und verfügen über einen Kofferaufbau. Das Gesamtgewicht beläuft sich auf je 7,2 Tonnen.

Neben dem üblichen Schreib- und Kartenmaterial verfügen beide Fahrzeuge über eine umfangreiche Satelliten-, Funk- und Telekommunikationsausstattung. Es stehen je vier PC-Arbeitsplätze mit Analog- und Digitalfunk zur Verfügung. Die Stromversorgung erfolgt über ein Stromaggregat mit 3,8 kW, welches auch die Heizung bzw. Klimaanlage versorgt. Den Feuerwehren dienen diese Fahrzeuge zur Bewältigung von Großschadenslagen, bei Einsätzen der Öl- und Schadenswehr auf dem Bodensee sowie dem Führungsstab Bodenseekreis als Fernmeldebetriebsstelle.

Die zwei Abrollbehälter Umweltschutz (AB Umwelt) wurden als Ersatz für zwei Gerätewagen Gefahrgut aus dem Jahr 1986 beschafft. Aufgebaut wurden die AB Umwelt von der Firma Jerg Feuerwehr- und Umwelttechnik in Mietingen-Baltringen.

Die Ausrüstung entspricht der aktuellen Norm für einen Gerätewagen Gefahrgut. Als Trägerfahrzeug dient bei beiden AB Umwelt die bereits vorhandenen Wechsellader der Öl- und Schadenswehr Bodensee. Die Abrollbehälter ergänzen somit die bereits vorhandene Ausrüstung an den Standorten Friedrichshafen und Überlingen.

Die Kosten für die zwei Fahrzeuge und die zwei Abrollbehälter belaufen sich auf rund 1,4 Millionen Euro und wurden anteilig vom Land Baden-Württemberg, dem Landkreis Bodensee und den jeweiligen Städten übernommen.

Im Rahmen des Kreisfamilienfestes in Schloss Salem wurden noch zwei weitere Fahrzeuge an das Deutsche Rote Kreuz, OV Tettnang und die Johanniter Unfall-Hilfe Friedrichshafen übergeben.

Das Deutsche Rote Kreuz, OV Tettnang, hat einen Notfallkrankenwagen Typ B vom Bund übernommen, die Johanniter Unfall-Hilfe Friedrichshafen hat einen Mannschaftstransportwagen vom Land Baden-Württemberg bekommen.

 

Maximilian Obermaier

 

 

 

Über 350 Führungskräfte der Feuerwehren des Landes Baden-Württemberg tagten am Freitag in der Zeppelin-Werft auf dem Flughafengelände von Friedrichshafen. Die Feuerwehrleute waren am Vortag der jährlichen Versammlung des Landesfeuerwehrverbandes zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung an dem Bodensee gekommen, um sich bei einer Reihe von Fachvorträgen über aktuelle und zukünftige Themen im Bereich des Feuerwehrwesens zu informieren.

 Nach einem Überblick über Zeppeline im Wandel der Zeit von Eckhard Breuer, Geschäftsführer der Zeppelin Luftschifftechnik GmbH, stellte der Leiter der Landesfeuerwehrschule, Thomas Egelhaaf, in seinem Impulsreferat die Frage, ob die Feuerwehr neue Einsatzstandards brauche. Dabei sprach sich Egelhaaf grundsätzlich für "Kochrezepte" bei bestimmten Einsatzlagen aus, gab aber zu bedenken, dass weniger manchmal mehr sei. Anstatt sich im Einsatz mit einer kräftezehrenden Optimierung von Details aufzuhalten, brauche es die Bereitschaft der Führungskräfte zu mutigen Entscheidungen, um das Wesentliche im Auge behalten.

 

 

Bei der Versammlung des Landesfeuerwehrverbandes Baden-Württemberg in Friedrichshafen forderte dessen Präsident, Dr. Frank Knödler am Wochenende angesichts steigender Steuereinnahmen eine massive Aufstockung der öffentlichen Mittel für die Feuerwehren des Landes Baden-Württemberg. "Im Fördertopf fehlt Geld in zweistelliger Millionenhöhe!" Trotz jährlich steigender kommunaler Ausgaben von über 30 Milliarden Euro dümpelten die Feuerwehren mit lediglich 1,6 Prozent hier auf niedrigem Niveau. Dies führte unter anderem dazu, daß rund 32 Prozent aller Förderanträge für Beschaffungen der Kommunen nicht positiv beschieden wurden. Angesichts von Begehrlichkeiten anderer Bedarfsträger an der Quelle des Fördertopfes warnte Knödler nachdrücklich: "Hände weg von der Feuerschutzsteuer!"

Grundsätzlich positiv bewertete Knödler die Entwicklung der Mitgliederzahlen sowie die Anzahl der Feuerwehrhäuser und Feuerwehrabteilungen. Alle drei Werte, und damit einhergehend die Präsenz der Feuerwehr in der Fläche für schnelle Hilfe im Notfall, seien seit 45 Jahren in etwa konstant geblieben. Hätten aber damals

115.000 Feuerwehrangehörige noch 40.000 Einsätze bewältigt, leisteten heute 111.000 Wehrleute rund 120.000 Einsätze.

Nach oben gehen

Copyright Kreisfeuerwehrverband Bodenseekreis e.V. ©